Ich fotografiere jetzt seit achtzehn Jahren und habe mich vor etwa fünf Jahren selbständig gemacht. Da ist einiges an Gesprächen und Wissen über Fotografie, Hochzeitsfotografie im besonderen und sonst noch zu ein paar Themen zusammengekommen. Vielleicht schaffe ich es hier ein bisschen was davon weiterzugeben. Jetzt möchte ich mal ein paar Themen zur Hochzeitsfotografie durcharbeiten. Wie man einen Hochzeitsfotografen findet der zu einem passt. Wie die Kommunikation abläuft. Und worauf man meiner Meinung nach noch schauen sollte.

In nächster Zeit werde ich also ein paar Artikel zu diesem Thema schreiben. Heute mal:

Hobby- vs Hochzeitsfotograf oder: You get what you pay for.

Eins vorweg: im Prinzip ists eine Frage der Prioritäten.

Wir Fotografen schimpfen immer mal schnell über die „Konkurrenz“, die als Hobbyfotograf für ein paarhundert Euro Hochzeiten fotografiert und damit die Preise drückt. Meistens sind das Neffen, Tanten, Stiefväter, Arbeitskolleginnen oder Freunde, die mit ihren teuren Spiegelreflexkameras eigentlich ganz nette Fotos von ihrem Hund/Landschaften/Gebäuden/Blumen machen. „Er/Sie kann doch sicher auch ein paar nette Fotos von unsrer Hochzeit machen.“

Ich finde das jetzt mal prinzipiell nicht so schlimm. Wie die meisten meiner Kollegen, die jetzt als Profis arbeiten, habe auch ich meine ersten Hochzeiten als Hobbyist im Freundeskreis begleitet. Die Bilder die ich abgegeben habe waren auch ganz nett und meine Paare waren damit zufrieden. Hoffe ich jedenfalls.

Dieses Foto ist bei der ersten Hochzeit entstanden, die ich fotografiert habe. Ich finde es nach wie vor sehr schön. Doch habe ich das Gefühl dass ich mich seitdem etwas verbessert habe (siehe alle anderen Fotos im Artikel 😉

Jedoch: Weder war ich damals versichert noch hatte ich adequates Equipment (von Backups gar nicht zu reden) oder das fotografische Know-How, um so einen Hochzeitstag mit verschiedenen Lichtverhältnissen durchgehend gut abzulichten. Ich hatte keine Ahnung wie ich Pärchen so fotografiere dass es nicht total gestellt ausschaut. Und sobald es dunkel wurde habe ich sowieso geschwitzt, weil ich ja „available light“ fotografiert habe und ja keinen Blitz auf die Kamera setzen wollte. Die Fotos kamen dann quasi unbearbeitet auf CD und fertig.

 

Als ich mich dann selbständig gemacht habe musste ich erst mal lernen meine Preise so zu kalkulieren dass ich auch davon leben kann. Und meinen Paaren das Service zukommen zu lassen und die Qualität zu liefern, die sie in meinen Augen verdienen.

 

 

Außerdem habe ich gelernt mich stetig weiterzuentwickeln – und zwar in allen Bereichen der Fotografie. Ich finde ein guter Hochzeitsfotograf kann von allen Menschen schöne Fotos machen. Er hat eine kreative Bildsprache die sich durch sein Portfolio zieht. So kann man sich als Paar vorher ungefähr vorstellen was man später bekommt. Außerdem beherrscht er Reportage-, Landschafts-, Architektur-, Makrofotografie. Er weiß wie er eine Gruppe von 200 wilden Hochzeitsgästen für ein Gruppenfoto bändigt. Und er kann noch in der Nacht gute Bilder machen wenn die Handys der Gäste nur noch verschwommenes irgendwas produzieren.

 

Fazit:

Nehmt einen Hobbyfotografen wenn ihr nicht so großen Wert auf Fotos legt aber trotzdem ein paar nette Erinnerungen an den Tag haben möchtet. Ich bin mir sicher dass ihr damit ganz gut fahrt und auch ein paar nette Erinnerungen bekommt.

Bucht einen professionellen Hochzeitsfotografen, wenn euch schöne Fotos und Erinnerungen vom Tag Eins eurer gemeinsamen Zukunft wichtig sind. Bucht einen Profi, der genug Erfahrung hat um mit den verschiedenen Lichtsituationen eines Hochzeitstages zurechtzukommen. Sucht euch jemanden dessen kreative Bildsprache euch anspricht und dem ihr vertrauen könnt dass er für euch Fotos macht die euch noch in vielen Jahren zu diesem Tag zurückkehren lassen.

Ich weiß, gute Hochzeitsfotografen sind teuer. Und da spreche ich jetzt von €2.000,- aufwärts für eine Tagesreportage. Seht es jedoch so: Am Tag nach der Hochzeit bleiben euch drei Dinge – die Ringe, der Partner, die Fotos. Und bei diesen drei Dingen kann man ruhig in Qualität investieren, meint ihr nicht auch? (Vor allem kann man mit hochwertigen Produkten auch immer ein bisschen angeben 😉

 

So, ich hoffe ich hab mich verständlich ausgedrückt. Ich wünsche allen meinen Kollegen, egal ob Hobbyist oder Profi, eine erfolgreiche Hochzeitssaison. Und allen Paaren da draußen dass sie mit ihren Hochzeitsfotos zufrieden sind. (Und wenn nicht sollte man einfach mal bei mir ein Paarshooting buchen 😉

Alles liebe und bis bald,

Konstantin.

 

Noch eine kurze Geschichte von mir: Ich habe meinem besten Freund zu seiner Hochzeit eine Fotoreportage geschenkt. Ich bin also den ganzen Tag herumgefuxt und hab auch ganz viele tolle Bilder gemacht auf die ich sehr stolz war. Nur bin ich dann im Nachhinein draufgekommen dass ich eigentlich von dem Tag nicht wirklich was erlebt habe weil ich so konzentriert aufs Fotografieren war …

 

Ich freue mich über Kommentare! Gibt es irgendwelche Themen bezüglich Hochzeitsfotografie oder Fotografie im Allgemeinen, die dich interessieren würden? Dann schreib mir doch einfach.

 

 

 

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