How I do it: Warum ich meine Fotos lösche.

Wait … WHAT? Ich meine natürlich nicht dass du alle deine Fotos löschen sollst. Aber die unguten. Stell dir folgendes Szenario vor: du kommst aus dem Urlaub heim, ladest die 10000 Fotos von deinem Trip auf deinen Computer und dann wartest du. Es wird wahrscheinlich sehr sehr sehr sehr lange dauern bis du anfängst diese Bilder zu bearbeiten, einfach weil es so viele sind dass dich das davon abhält.

Jetzt sage ich dir was ich mache wenn ich mit einer vollen Speicherkarte nachhause komme. Ich lade alle Bilder auf den Computer. Dann warte ich zwei Tage (Cooldown-Phase, damit die erste Emotion weg ist). Und dann (und zwar wirklich!) setze ich mich hin und schau mir einmal schnell alle Bilder durch und entscheide welche ich behalten möchte. Die anderen lösche ich sofort.

Normalerweise sortiere ich so beim ersten Durchgang etwa zwei Drittel der Fotos aus. Die wo die Belichtung nicht passt. Die, welche unscharf sind, wo die Personen zwinkern, wo ich zehnmal den gleichen Sonnenuntergang fotografiert habe und nur eines behalten möchte. Ich probiere sehr streng mit mir zu sein, einfach weil ich weiß dass ich dann weniger Arbeit habe.

 


Das gleiche mach ich auch bei Portraitsessions. Was mir beim ersten Mal nicht gefällt fliegt. 

Also, jetzt sind immer noch 3000 Fotos da. Das wirkt jetzt nur noch halb so erdrückend. Jetzt fange ich an Sterne zu vergeben. Ich schau mir die Fotos nocheinmal alle durch und entscheide, welche ich wirklich haben möchte, zB welche ich gerne aufhängen oder in einem Fotobuch haben möchte. Das ist jetzt schon etwas schwieriger, aber mit der Zeit kommt die Übung.

So kürze ich die 10.000 Fotos runter auf etwa 500 die ich bearbeiten möchte. Die anderen 2500 hebe ich mir trotzdem auf im Archiv. Aber bearbeiten werde ich nur diese 500. Das ganze hat mich jetzt ca 2 Stunden gekostet. Der Vorteil: ab jetzt habe ich nur noch 500 Fotos vor mir und nicht zehntausend. Die kann ich innerhalb von ein paar Tagen bearbeiten wenn ich möchte. Und muss nicht jedesmal wieder diesen Riesenhaufen vor mir sehen.


Mein Papierkorb von dieser Woche: voll mit Fotos, die ich mir nicht mehr anschauen muss.


Ich weiß, am Anfang ist das schwierig, das mit dem Aussortieren und Löschen – wenn du Angst hast dass beim Aussortierten doch noch DAS EINE FOTO! dabei ist dann verschieb die Daten statt in den Papierkorb auf eine externe Festplatte und trag sie auf den Dachboden. Aber du wirst sehen dass du dich irgendwann mal dabei erwischt wie du diese Platte aufhebst und sie dann in den Müll beförderst (Natürlich schmeißen wir keine Festplatten auf den Müll, das ist nur bildlich gemeint)

Glaube mir, das wird deinen Workflow extrem beschleunigen und dir mehr Lust aufs Fotografieren machen. UND du lernst deine Bilder kritisch zu betrachten, was dich auch zu einem besseren Fotografen macht.

Also, nocheinmal in kurz: versuche so schnell wie möglich die Fotos herauszufiltern, die du dir wirklich behalten möchtest. Und schau die anderen am besten gar nicht mehr an. So hast du mehr Zeit zum Fotografieren. Oder für deine Kinder. Wie auch immer.

Ich mach das alles mit einem Programm namens PhotoMechanik. Aber es geht auch ganz gut in Lightroom (vor allem in der neuen Version, weil die Vorschauen schneller geladen werden). Und sicher gibt es noch ein paar Programme, die ich aber nicht kenne. Falls dir noch was dazu einfällt hinterlasse mir doch einen Kommentar.

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