Also, ich wollte jetzt schon seit einiger Zeit wieder mal was schreiben. Wenn ich nicht grad mit der Kamera arbeite oder Paradeiser züchte fotografiere ich meine Kinder. Wir machen schon manchmal auch gestellte Portraits, vor allem wenn ich wieder irgendwelche neuen Leuchttechniken gesehen habe und versuche diese für mich zu adaptieren. Und ich kann euch sagen, meine Kinder sind keine sehr motivierten Probemodelle. Spätestens nach fünf Minuten sind sie schon wieder ab und machen irgendwas irgendwo.

Und gerade da wird es spannend. Sobald sie in ihre Welt eintauchen ist alles ungestellt und natürlich. Jeder Blick, jede Geste kommt einfach aus ihnen selber heraus. Und genau da möchte ich ansetzen. Sicher ist’s manchmal ganz nett ein Jetztschaumalzumirundlächlegefälligst!-Foto zu machen – tu ich ja auch, und manchmal sind die ja auch ganz gut. Aber es geht auch anders.

Also, Tipp 1: geh dorthin wo dein Kind ist – oder geh mit deinem Kind wohin wo ihr euch beide wohl fühlt. Bei uns ist das im Moment das Gartenhaus, hier sind unsere Mädels immer gut drauf. Und ich auch, was ja ebenfalls eine wichtige Grundvorraussetzung ist, schöne Fotos zu bekommen

Tipp 2: Geh näher ran. Und dann geh noch näher ran! Im Prinzip ist das eines der Mantras das durch meinen Kopf schwirrt wenn ich eine Hochzeit fotografiere. Aber das gilt hier genauso. Natürlich könnte ich mit ner Telelinse aus 30 Metern Entfernung meine Kinder beim Spielen fotografieren. Ich sag jetzt auch nicht dass das schlecht ist! – Aus meiner Erfahrung würde ich jetzt aber mal sagen dass man auf den meisten Fotos erkennt, wie weit der Fotograf von seinem Motiv weg war. Und dadurch spürt man auch irgendwie wie stark die Verbindung zwischen Motiv und Fotograf ist.

nah

näher

noch näher!

 

Tipp 3: geh auf Augenhöhe mit deinem Motiv! – Das wäre, wenn ich nur eine Fotografenweisheit mit auf die einsame Insel nehmen dürfte, mein Handgepäck. Es gibt schon viel zu viele Kinderfotos aus der Vogelperspektive. Von oben herab. Sobald ich aber selber runtergehe, also mich ein bisschen hineinknie, darf ich eventuell ein bisschen mit in die Welt meiner Kinder mit eintauchen. Und da entstehen dann meine liebsten Schnappschüsse.

 

Tipp 4: mach mindestens drei Fotos! Manchmal erzählt ein Foto die ganze Geschichte. Viel öfter jedoch ist es hilfreich ein Motiv bzw eine Geschichte von verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen und etwas zu warten, oft ist der Moment der 5 Sekunden später kommt noch viel spannender als der, den man eigentlich fotografieren wollte:

das wollte ich fotografieren

und das kam dann kurz nachher

und hier darf’s dann auch mal wieder aus der Vogelperspektive sein 😉

Tipp 5: Bloß nicht Lächeln! Natürlich sollt ihr eure Kinder fotografieren, wenn sie Lachen. Aber bitte zwingt sie nicht dazu, sonst machen sie noch in 50 Jahren dieses bedeutungslose Lächeln dass uns aus den Familienalben unsrer Großeltern entgegenschreit. Also, soll doch jeder schauen wie er schaut:

und dann Lächeln sie manchmal ganz von allein 😉

So, ich hoffe das hilft dem einen oder anderen weiter schönere und spannendere Fotos von seinen Kindern zu machen. Die gleichen Regeln kann man auch auf Haustiere, Schmetterlinge und Lebenspartner anwenden. Aber nicht auf Melanzani. Ganz wichtig. 😉

Also, alles liebe, Fragen und Anregungen und Beifall bitte in die Kommentare,

Konstantin.

PS, Zusatztipp: wenn die Kamera schön verstaut in der Kameratasche im Auto/Büro/Schrank liegt hilft das alles gar nix – nur wenn die Kamera mit ist kann man auch schöne Fotos machen!

PPS für die Nerds unter euch: die Fotos habe ich mit meiner Fuji x-pro2, dem xf23mm1.4 und dem xf35mm2 gemacht. Entwickelt in Lightroom.

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22. April 2017
Yes! Wertvoller Beitrag Konstantin! Ein kleiner Arschtritt - eh ein Motivationskick selber mehr zu schreiben. Danke!
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    Konstantin Taufner-mikulitsch
    22. April 2017
    ;)
    Antworten


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